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Eine Frage der Auswahl: Gute und schlechte Fette

Angesichts dieser Tatsache gibt es nur eine Lösung: fettärmer essen. Aber auch hier kommt es auf das Wie an.
Entgegen einer landläufigen Meinung haben Fette nicht nur schädliche Auswirkungen. Sie sind im Gegenteil für das richtige Funktionieren unseres Körpers unerlässlich. Fette stellen eine stets vorhandene Energiequelle dar (im Gegensatz zum Zucker), die mehrere lebenswichtige Organe schützt. Sie spielen auch eine Rolle beim Aufbau von Gewebe, bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems, bei den Blutgerinnungsmechanismen, bei der Wärmeregulierung sowie bei der Einlagerung und dem Abbau fettlöslicher Vitamine. 
Es kommt also nur darauf an, gute Fette zu wählen und den Konsum der weniger guten zu reduzieren. 

 

Zu den Fetten, auf die verzichtet werden sollte oder deren Verbrauch zumindest einzuschränken ist, zählen die gesättigten Fettsäuren, das Cholesterin und die transisomeren Fettsäuren. 


Gesättigte Fettsäuren ebenso wie Cholesterin und vor allem LDL (Lipoproteine, die in der Nahrung und im Organismus vorkommendes Cholesterin transportieren) sind für Herz- und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose verantwortlich, und zwar indem sie Fett an den Arterienwänden ablagern, welches, wenn es überhand nimmt, die Arterien zerstört.  


Wo kommen sie vor?
Vor allem in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Butter, fetthaltiger Milch, Käse, Eiern.  

Wenn man ein wenig den geschichtlichen Hintergrund beleuchtet, so stellt man fest, dass die schädlichen Wirkungen von Cholesterin keine neuzeitliche Entdeckung sind. Sie wurden bereits im 19. Jahrhundert vom Militärarzt Nicolaï Anitshkov beschrieben, der bei Offizieren eine höhere Rate an Herz- und Gefäßerkrankungen festgestellt hatte, als bei einfachen Soldaten.… und war aufgrund eines deutlich höheren Fleischkonsums.  
In den Industrieländern haben 8 von 10 Erwachsenen einen zu hohen Cholesterinspiegel. Und nur ein Drittel unter ihnen ist sich dessen bewusst. 
Selbstverständlich sind schlechte Ernährungsgewohnheiten eine Ursache für diesen Zustand, aber auch andere Faktoren sind zu berücksichtigen: 
- das Alter (das Risiko steigt mit dem Alter)
- das Geschlecht (Männer tragen ein drei Mal höheres Risiko als Frauen)
- der Blutdruck (14/9),
- Tabakgenuss (ab 10 Zigaretten pro Tag, erhöht sich der LDL-Gehalt und der Gehalt des guten Cholesterins, also des HDLs, verringert sich). 
- Vererbung,
- schwere Fettsucht.

Nicht selten lässt sich jedoch auch beobachten, dass ein Patient ohne Übergewicht und mit einer gesunden Lebensweise einen zu hohen Cholesterinspiegel besitzt, und zwar zum Beispiel aufgrund einer zu hohen Cholesterinproduktion der Leber oder aufgrund eines unzureichenden Abbaus. 
Das Risiko eines Überschusses an schlechtem Cholesterin nimmt also ab 35 Jahren zu. Warum sollte man den eigenen Cholesterinspiegel also nicht jährlich überprüfen lassen (eine Blutprobe und am nächsten Tag liegen die Ergebnisse vor)? Das Gesamtcholesterin darf bei höchstens 190mg/dl Blut liegen, und das LDL/HDL-Verhältnis muss unter 3,5 liegen. 

Der Verzehr von gesättigte Fettsäuren, Cholesterin, soll also eingeschränkt werden; aber auch die transisomeren Fettsäuren müssen überwacht werden. Diese schlechten Fette finden sich in manchen Margarinesorten, in Fertigprodukten, frittierten Erzeugnissen und Snacks. Diese Nahrungsmittel enthalten feste pflanzliche Fette auf der Grundlage von Ölen auf Wasserstoffbasis. Sie blockieren die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren und können Krebs verursachen. In anderen Worten: Sie müssen auf jeden Fall gemieden werden.

 

Zu den guten Fetten, die man bevorzugen und in die tägliche Ernährung einbauen sollte, gehören einfach und mehrfach ungesättigte Fette.   


Wo kommen sie vor? Vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln oder in Fisch. 
Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann die essentielle Fettsäure Omega-3 nur über die Ernährung zugeführt werden (essentiell, weil sie nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann).  Sie kommt in Fisch und Krustentieren aus Eismeeren vor, in Nüssen, dem Portulak (einer Art Kresse aus dem Mittelmeerraum), grünem Gemüse, Lein- und Rapsöl.    
Sie hat eine vielfache Bedeutung, schützt uns vor Herz- und Gefäßerkrankungen, indem sie das Risiko von Infarkten, Thrombose, Rhythmusstörungen senkt (durch eine Senkung des Blutdrucks und durch Einwirken auf den Cholesterinspiegel im Blut), sie wirkt Stimmungsschwankungen entgegen (durch Begünstigung der Übertragung der Neurotransmitter), stellt die Grundlage der organischen Zellen dar und verringert entzündliche und allergische Reaktionen.